Vom Aufgeben zum Durchhalten

— in 21 Tagen —

Das Liebespaar 
H.C. Andersen 

Länge: 1 std. 03min

Preis: €6,49

Diese Geschichte in der stillen Manier der Silent Subliminals hat eine besondere Wirkung auf Ihr Unterbewusstsein und hilft Ihnen dabei Pläne, Ziele und Träume nicht mehr aufzugeben sondern mit Erfolg zu Ende zu bringen. 

Richtig! Sie hören die Musik und Ihr Unterbewusstsein die Worte.

Paket enthält: (Download nach Kauf)

  • Anleitung (Format PDF)
  • Geschichte mit Musik hinterlegt (Format mp3)
  • Geschichte ohne Musik (Format mp3)
  • unterstützende Kräuterrezeptur (Format PDF)

Sie sind sich nicht sicher ob diese Geschichte zu Ihnen passt? Um sicher zu gehen, lesen Sie weiter: 

Warum ich diese Geschichte gewählt habe. 

Vom Aufgeben, durchhalten und beeinflusst werden. 

Was haben die Geschichten vom Liebespaar, die Bremer Stadtmusikanten und Brüderchen und Schwestern gemeinsam? 

Auf den ersten Blick nicht einmal den Autor. Das Liebespaar stammt aus der Feder von Hans Christian Andersen und die beiden anderen Märchen von den Gebrüder Grimm. Aber wie das Märchenleben so spielt, beginnt es mit „Es war einmal …“ 

Es war einmal eine Kiste in der ein Kreisel, ein weiß glitzernder Ball, ein blau roter Zinnsoldat, ein schwarzes Holzpferd und noch 10 andere Spielsachen wohnen. Jeden Abend kommen alle Spielsachen wieder fein säuberlich in die blau lackierte Holzkiste. Es soll ordentliche Kinder geben. Oder ordentliche Mütter. So kommt es, dass der Kreisel sehr viel Zeit mit dem Ball verbringt und da liegt der Gedanke, zu heiraten, nahe. Zumindest hat sich das der Kreisel so vorgestellt:”Hey, Ball, lass uns heiraten.” Der Ball fällt nicht einmal Ansatzweise vor Begeisterung aus allen Wolken. Frauen werden das jetzt verstehen. Männer? Das lassen wir jetzt einmal so stehen. 

Der erste Heiratsantrag meines Exmannes war so ähnlich. Er lag in seinem Wohnzimmer auf der schwarzen Ledercouch und ich dösend auf dem anderen Teil, gegenüber vom Fernseher. Der Fernseher lief und als mein Ex etwas von „wir könnten heiraten“, schwafelte, musste ich mich nicht blöd stellen, es dauerte auch so gute zwei Minuten bis ich begriffen hatte, dass der Heiratsantrag nicht dem Moderator galt, sondern mir. Nein, ich bin nicht mit den Worten: „Ich bin entzückt“, auf und ab gehüpft und habe auch nicht begeistert in die Hände geklatscht. „Spinnst?“, fasste alle meine Gedanken in der höflichsten Form, die mir damals einfiel, zusammen. 

Der Ball in der Geschichte, das Liebespaar, hat noch ein paar andere Argumente auf Lager warum er dieses verlockende Angebot, des Kreisels, beim besten Willen nicht annehmen kann. Erstens ist er etwas Besseres und zweitens fast mit der Taube verlobt. Die gurrt jedes Mal fragend, wenn der Ball bis zum Dach springt, ob sie sich nicht das „Ja“ Wort geben sollten. Es ist so herzerfrischend, jedes Mal, wenn der Ball, in der Sonne glitzernd, gehüpft kommt, und auf Höhe der silbernen Dachrinne kurz innehält, kommt die Taube in einem Höllentempo herbei getrappelt und wirft ein „Heiraten?“, in die Luft. Mehr geht nicht. Die Schwerkraft vereitelt das holde Glück, krallt sich den Ball und ab geht es Richtung Boden. Die Taube folgt der Abwärtsbewegung ihres Lieblings mit dem Kopf und seufzt die Worte: „Dann eben nicht“. So hüpft der Ball 20 Mal vor der Taube auf und ab und verschwindet wieder in der Kiste. 

Eines Tages, stellt der Kreisel schwer getroffen fest: Der Ball ist weg. Jedoch brannte er nicht, wie allgemein angenommen, mit der Taube durch, sondern steckt in der Dachrinne fest. Und der Kreisel träumt still weiter von seinem Ball. Das Leben des Kreisels nimmt an Bedeutung zu. Er wird vergoldet und der Ball, der verändert sich auch in der nassen, dreckigen Dachrinne. Als sie sich fünf Jahre später wieder treffen, zieht der Kreisel, wie eine Schildkröte, den Kopf ein, um vom Ball nicht erkannt zu werden. Das Leben ist und bleibt gerecht. 

Rückblickend besteht unser Leben auch nur aus Geschichten, die mit „Es war einmal“ beginnen, oder mit „Kannst dich noch erinnern?“ Die Zuhörer warten gebannt auf die Geschichte, halten den Atem an und der Erzähler – geht weg. Soll er erzählen: „Es war einmal ein Wunsch?“. Der Wunsch liegt beim Ball in der Dachrinne.

 „Ich wollte einmal ein Haus“. Eine Geschichte in fünf Worten. Hatte man denn eine Wahl gehabt? Man kann sich schlecht in die Bremerstadtmusikanten verwandeln, in alle vier auf einmal und beim nächsten Fenster hineinbrüllen? Die Polizei wäre sicher schwer beeindruckt, wenn man in glühenden Farben schildert, warum man so einen Aufstand macht. Kleiner Tipp, wenn das Sonderkommando schwer bewaffnet anrückt und man in den Lauf eines HK MP5 Sturmgewehres starrt, sollte man darauf verzichten, sein Anliegen mit fuchtelnden Gesten anschaulich zu untermalen. Da bleibt man doch lieber im Bett liegen und träumt, dass die Polizei, wenn sie schon einmal da ist, die Hausbewohner verhaftet. Sind ja ohnehin Räuber und Bösewichte und zur Belohnung kommt der schöne König oder die liebreizende Königin, erstarrt und weiß gar nicht, wohin mit all der Begeisterung, nimmt einem beim Patschehändchen, rauf aufs weiße Pferd und ab in das Königreich. Hach wie schön. Da hockt man dann in dem zugigen Schloss Baujahr 1409, kein WLAN, kein Handyempfang. Nichteinmal Festnetz oder Fernsehen und kann sich mit dem Koch herumärgern, der nicht versteht, warum man kein Wild isst. Dann taucht auch noch die neidige Verwandtschaft auf und macht einem das Leben zur Hölle. 

Nein, lieber nicht. All diese Dinge muss man bedenken und abwägen und befürchten, bevor man sich in Richtung Wunscherfüllung in Bewegung setzt. Alleine das darüber nachdenken ist schon anstrengend und nervenaufreibend genug. Der Kopf liebt es sich, Horrorszenarien auszudenken und das Unterbewusstsein unterstützt das Gehirn mit Anfeuerungsrufen und Schlachtgesängen. Ehe man sich’s versieht, wohnt man im Wald mit seinem Bruder, der in ein Reh verwandelt wurde. Wohlgemerkt, dem Bruder, den man nie hatte. Gut erkannt, Wünsche sind blöd und haben die unangenehme Angewohnheit sich nur bei anderen zu erfüllen. Diese Ungerechtigkeit muss man sich einmal vorstellen! Man findet auch noch ein paar andere Sachen, die man sich vorstellen kann, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Entweder man ergibt sich als alter Esel, seinem Schicksal oder macht sich auf nach Bremen, um unterwegs sein Glück zu finden. Das Unerwartete, wohl bemerkt. Ich kann Ihnen versprechen, dass Sie Ihr Glück finden können. Woher ich das Wissen will? Woher wissen Sie, dass Sie es nicht können? Der Haken an der Geschichte ist, man muss sich in Gang setzten und bewegen. 

Diese Silent Geschichte, schickt Sie nicht auf den Weg oder geht den Weg für Sie. Diese Geschichte lässt sie ruhig werden, lässt sie ihre innere Stimme hören, gibt Ihnen Vertrauen und die innere Sicherheit, dass Sie Ihr Ziel, welches das auch immer sein möge, erreichen werden. Ohne dem geht es nicht. Es geht darum, im richtigen Moment einen auf Bremer Stadtmusikant machen zu können. In Ruhe und Zuversicht den richtigen Moment, jeden einzelnen, zu erkennen und zu nützen, bis Sie mit der Siegesfahne in der Hand, durchs Ziel laufen und feststellen, dass es erstaunlich einfach war.

Originaltext

Das Liebespaar von Hans Christian Andersen 

Ein Kreisel und ein Ball lagen im Kasten beisammen unter anderem Spielzeug, und da sagte der Kreisel zum Ball: »Wollen wir nicht Brautleute sein, da wir doch in dem Kasten zusammenliegen?« Aber der Ball, der von Saffian genäht war und der sich ebensoviel einbildete wie ein feines Fräulein, wollte auf dergleichen nicht antworten.

Am nächsten Tage kam der kleine Knabe, dem das Spielzeug gehörte; er bemalte den Kreisel rot und gelb und schlug einen Messingnagel mitten hinein; dies sah gerade recht prächtig aus, wenn der Kreisel sich herumdrehte.

»Sehen Sie mich an!«, sagte er zum Ball. »Was sagen Sie nun? Wollen wir nun nicht Brautleute sein, wir passen gut zueinander. Sie springen, und ich tanze! Glücklicher als wir beide würde niemand werden!«

»So glauben Sie das?«, sagte der Ball. »Sie wissen wohl nicht, daß mein Vater und meine Mutter Saffianpantoffeln gewesen sind und daß ich einen Kork im Leibe habe?«

»Ja, aber ich bin von Mahagoniholz«, sagte der Kreisel, »und der Stadtrichter hat mich selbst gedrechselt, er hat seine eigene Drechselbank, und es hat ihm viel Vergnügen gemacht.«

»Kann ich mich darauf verlassen?«, fragte der Ball.

»Möge ich niemals die Peitsche bekommen, wenn ich lüge!«, erwiderte der Kreisel.

»Sie wissen gut für sich zu sprechen«, sagte der Ball; »aber ich kann doch nicht, ich bin mit einer Schwalbe so gut wie versprochen! Jedesmal, wenn ich in die Luft fliege, steckt sie den Kopf zum Nest heraus und fragt: Wollen Sie?«, und nun habe ich innerlich ‚ja‘ gesagt, und das ist so gut wie eine halbe Verlobung. Aber ich verspreche Ihnen, Sie nie zu vergessen!«

»Ja, das wird viel helfen!«, sagte der Kreisel, und so sprachen sie nicht mehr miteinander.

Am nächsten Tage wurde der Ball von dem Knaben vorgenommen. Der Kreisel sah, wie er hoch in die Luft flog gleich einem Vogel, zuletzt konnte man ihn gar nicht mehr erblicken; jedesmal kam er wieder zurück, machte aber immer einen hohen Sprung, wenn er die Erde berührte, und das geschah immer aus Sehnsucht oder weil er einen Kork im Leibe hatte. Das neunte Mal aber blieb der Ball fort und kam nicht wieder, der Knabe suchte und suchte, aber weg war er.

»Ich weiß wohl, wo er ist«, seufzte der Kreisel; »er ist im Schwalbenneste und hat sich mit der Schwalbe verheiratet!«

Je mehr der Kreisel daran dachte, um so mehr wurde er für den Ball eingenommen. Gerade weil er ihn nicht bekommen konnte, darum nahm die Liebe zu, daß er einen andern genommen hatte, das war das Eigentümliche dabei. Und der Kreisel tanzte herum und schnurrte, dachte aber immer an den Ball, der in seinen Gedanken immer schöner und schöner wurde. So verstrich manches Jahr – und da war es eine alte Liebe.

Der Kreisel war nicht mehr jung! – Aber da wurde er eines Tages ganz und gar vergoldet, nie hatte er so schön ausgesehen; er war nun ein Goldkreisel und sprang, daß es schnurrte. Ja, das war doch noch etwas, aber auf einmal sprang er zu hoch, und – weg war er!

Man suchte und suchte, selbst unten im Keller, doch er war nicht zu finden. – Wo war er?

Er war in eine Tonne gesprungen, wo allerlei Gerümpel, Kohlstrünke, Kehricht und Schutt lagen, was alles im Laufe der Zeit von der Dachrinne heruntergefallen war.

»Nun liege ich freilich gut! Hier wird die Vergoldung bald von mir verschwinden; ach, unter welchen Unrat bin ich hier geraten!« Dann schielte er nach einem langen Kohlstrunk und nach einem sonderbaren runden Dinge, das wie ein alter Apfel aussah; – aber es war kein Apfel, es war ein alter Ball, der viele Jahre in der Dachrinne gelegen und den das Wasser durchdrungen hatte.

»Gott sei Dank, da kommt doch einer unseresgleichen, mit dem man sprechen kann!«, sagte der Ball und betrachtete den vergoldeten Kreisel. »Ich bin eigentlich von Saffian, von Jungfrauenhänden genäht, und habe einen Kork im Leibe, aber das wird mir wohl niemand ansehen! Ich war nahe daran, mich mit einer Schwalbe zu verheiraten, aber da fiel ich in die Dachrinne, dort habe ich wohl fünf Jahre gelegen und bin ausgequollen! Glauben Sie mir, das ist eine lange Zeit für ein junges Mädchen!«

Aber der Kreisel sagte nichts, er dachte an sein altes Liebchen, und je mehr er hörte, desto klarer wurde es ihm, daß sie es war.

Da kam das Dienstmädchen und wollte den Kasten umwenden. »Heißa, da ist der Goldkreisel!«, sagte sie.

Der Kreisel kam wieder zu großen Ansehen und Ehren, aber vom Ball hörte man nichts, und der Kreisel sprach nie mehr von seiner alten Liebe – die vergeht, wenn die Geliebte fünf Jahre lang in einer Wasserrinne gelegen hat und ausgequollen ist, ja, man erkennt sie nie wieder, wenn man ihr in einer Kehrichttonne begegnet.