Lernen und Persönlichkeit

Lernen ist nicht gleich lernen und was der eine schnell lernt, fordert oder überfordert den anderen. Vielen von uns wurde die Freude am Lernen in der Schule abgewöhnt. Was kein Wunder ist, wenn man mit so Unfug wie Vokabel lernen gefoltert und gequält wurde. Es gibt kaum etwas weniger gehirngerechtes als Vokabel lernen. 

Sie mögen sich nun zurecht fragen, was das mit Persönlichkeitsbildung zu tun hat. Eine ganze Menge, denn auch hier gibt es mehr als genug zu lernen. Sollten Sie hingegen schon perfekt sein, haben Sie schon einmal versucht herauszufinden, was sie so perfekt macht? 

Für fast jeden gilt: Das Gehirn ist ein Gewohnheitstier, das Unterbewusstsein eine faule Kröte und arbeitet mit dem inneren Schweinehund zusammen. In, sich gegen Veränderungen zu sperren, sind die zwei ganz groß. Warum also nicht gehirngerechte Lernmethoden für die Persönlichkeit nutzen? Diese Idee hat mich einmal überfallen und nicht mehr losgelassen. Geben Sie Ihrem Gehirn was es möchte und machen Sie es sich zum Verbündeten

Bevor man über Veränderungen in seinem Leben nachdenkt, sollte man damit beginnen sich selber kennenzulernen. Man weiß sonst nicht, was man eigentlich genau verändern möchte. Es gibt hübsche blinde Flecken, auf denen der innere Schweinehund gemütlich schlummert. Es gibt das Bild, das alle anderen von einem haben, welches sich laufend ändert und das bei jedem zweiten anders aussieht. Haben Sie gewusst, dass man sich, je nachdem mit wem man sich unterhält, anders verhält? Ihre Mama kann Sie gar nicht so sehen wie Ihr Nachbar, da jeder eine andere Seite von Ihnen zu Gesicht bekommt. Schließlich, gibt es noch das Selbstbild, das wie ich vermute, ebenso wankelmütig ist. Zumindest war das bei mir so, bis ich mich von dem ganzen negativen Sauhaufen befreit habe. Sicher ist, dass man sich alles Mögliche einbildet ohne Rücksicht auf Wahrheitsgehalt und Verluste. 

Ich habe einmal gelesen, dass das schonungslose Aufdecken seiner Persönlichkeit Grundbedingung für jede positive Veränderung sein soll. Schonungslos… Das klingt schon fürchterlich brutal und ich kann förmlich spüren wie mein Gehirn die Arme vor der Brust verschränkt und jede Zusammenarbeit boykottiert. Recht hat es. 

Ich schlage Ihnen ein Spiel vor. Es kann Ihnen nichts passieren, ich erleichtere Sie nicht um Ihr Geld (außer es ist Ihnen ein Bedürfnis ;-)) und Sie müssen es auch niemanden erzählen. Schnappen Sie sich einen Zettel und einen Stift. Es geht um 20 Namen, die Sie untereinander aufschreiben. Wenn Ihnen die Namen nicht einfallen, dann schreiben Sie etwas mit dem Ihnen klar ist, von wem Sie sprechen. (Der mit der roten Zipfelmütze…)

Gesucht sind zwei Menschen die einen Staat lenken. Spontan aufschreiben und nicht lange nachdenken.

1)

2)

Denken Sie an zwei Politiker aus dem Land in dem Sie leben

3)

4)

Zwei berühmte Menschen aus Film, Fernsehen oder Theater

5)

6)

Zwei berühmte Menschen aus der Musikbranche

7)

8)

Zwei berühmte Sportler

9)

10)

Zwei ehemalige (aktuelle) Lehrer aus Schule/Studium

11)

12)

Zwei (ehemalige) Vorgesetzte

13)

14)

Zwei Nachbarn

15)

16)

Zwei Kollegen/innen (Arbeit, Schule)

17)

18)

Zwei Bekannte (Keine Freunde)

19)

20)

So, jetzt haben Sie also eine Liste mit 20 Personen. 

Jetzt geht es in die zweite Runde. Verteilen Sie ++, +, -, — für jeden Namen auf Ihrer Liste. ++ bekommt jeder den Sie besonders toll finden, + wen Sie gut finden, wer in Ihren Augen eine Katastrophe ist — und wer nicht gut ist aber erträglich -. Hätte ich Saddam Hussein auf meiner Liste gehabt, hätte der von mir — bekommen. Damals in den 90ern.

Auch hier gilt, nicht lange überlegen, sondern einfach zack, zack bewerten.

Wenn Sie das damit fertig sind, schreiten wir zum dritten und letzten Akt. Sie dürfen sich ausnahmsweise Zeit lassen. Jeder Name, jede Person wurde von Ihnen bewertet. Jetzt kommt der wichtigste Schritt. Warum haben Sie die Personen so bewertet wie Sie es gemacht haben? Begründen Sie in Worten und Sätzen warum Sie dieser Person ++ gegeben haben und der anderen –.

Was das mit Ihnen zu tun hat? Mehr als Sie glauben. Sie haben ganz nebenbei Ihr Wertesystem zu Papier gebracht. Jeder von uns hat ein Wertesystem, das wir uns irgendwann im Laufe unseres Lebens zusammengestoppelt haben. Das meiste haben durch Erziehung und Umfeld in unserer Kindheit aufgesetzt bekommen. Wenn die Mama ständig über die Unpünktlichkeit des Papas geschimpft hat, hat das garantiert einen Einfluss Ihre Meinung zu Unpünktlichkeit geprägt.

Natürlich ist das sich Bewusstmachen seines Wertesystems nur ein erster Schritt auf der Reise zu sich selbst. Aber die sind Teil der nächsten Geschichte. 

Bevor ich es vergesse, auch zum Thema lernen habe ich einen Kräutertipp für Sie. Egal, was Sie lernen möchten: Thymian, Rosmarin und Melisse (insgesamt ca. 1 TL) täglich ins Essen mischen hilft Ihrem Gehirn sich zu öffnen. Auch, oder gerade, wenn Sie Ihre Persönlichkeit entdecken oder weiter entwickeln möchten.

Rezept

Thymian
Rosmarin

Rosmarin, Melisse und Thymian,  (Insgesamt ca. 1 TL)  nach Gefühl in das Essen geben. 

Die Menge ruhig an den persönlichen Geschmack anpassen.

Wie lange man zu der Würzmischung greifen sollte, hängt von Ihnen und Ihrer Persönlichkeit ab. Ich würde aber von ein paar Wochen ausgehen. Es handelt sich hier um keine Wunderpille, sondern um ein sanftes „Eingreifen“, „öffnen“ und unterstützen. Bildlich gesprochen ist es die Saat, die in den Boden kommt. Reicht großzügiges aussähen, um eine reiche Ernte einzufahren? Meistens leider nicht.

Es handelt sich bei diesem Rezept um ein Hausmittel, das auf Erfahrung beruht und keines falls den Besuch beim Arzt oder Therapeuten ersetzt. Einnahme erfolgt auf eigene Gefahr. 

Melisse

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