Loslassen

Kennen Sie das? 

Immer wieder kreisen die Gedanken um vergangenes. Ein Wort, ein Bild, ein Gedanke, ein Geruch reichen aus und schon taucht etwas auf, über das man sich geärgert hat, sein Ex, seine Ex, etwas das jemand gesagt oder nicht gesagt hat. Etwas das man selber gesagt oder nicht gesagt hat. Man kann gar nicht anders. Unweigerlich tauchen Dialoge und Situationen im Kopf auf. Rachegedanken formieren sich. Auch so kleine wie: „Dir zeige ich es. Dir werde ich beweisen, dass…“. Was glauben Sie? Hat dieses Festhalten an Vergangenem einen negativen Einfluss auf Ihr Leben, oder nicht?

Sie werden sich jetzt vielleicht fragen: „Warum sollten mich Gedanken, Gefühle aus der Vergangenheit irgendwie beeinflussen?“ Ist es nicht so, dass man mit den Gefühlen, die diese Gedanken mit sich bringen, eine ganze Weile beschäftigt ist? Ist es nicht so, dass das was der Ex oder Chef gesagt oder getan hat, auch anderen in den Charakter gelegt wird? Nehmen wir an, jemand hat Ihnen etwas nicht zugetraut. Gestern, vor einem Jahr, als Sie vier Jahre alt waren … Das ärgert Sie maßlos.

 

Dabei bleibt es aber nicht

Denn automatisch beginnen Sie nach Dingen Ausschau zu halten, die die Meinung, „das kannst du nicht“, bestätigen. Paul Enkmann schreibt in seinem Buch:“Gefühle lesen“ z.b. darüber, dass wir, wenn wir eine Emotion empfinden für geraume Zeit nicht in der Lage sind selbst zu bestimmen was wir wahrnehmen wollen. Wenn wir wütend sind, dann nehmen wir nur Dinge wahr, die unsere Wut bestärken. Erst wenn genug Zeit vergangen sind, sind wir auch wieder in der Lage die Wut zu überdenken. Diese Wut im Kopf beschäftigt uns, im Falle der Wut auf Vergangenes, völlig unnötig, denn ändern kann man die Vergangenheit sowieso nicht mehr. Es ist doch eigentlich sinnvoller, offen an neue Erfahrungen heranzugehen, sich offen der Welt zu zeigen und somit neuen Chancen zu öffnen. Natürlich heißt das nicht, unvorsichtig und naiv zu sein. Es heißt offen zu sein.

Dieses, nennen wir es klammern, beeinflusst Sie tatsächlich unvorteilhaft. Es blockiert Sie, indem es Ihnen Ressourcen wegnimmt, die Sie brauchen um Neues, Gutes, Tolles, Erfolgreiches in Ihr Leben zu lassen. Stellen Sie sich vor, Sie tragen in jeder Hand eine Tasche. Vor Ihnen steht etwas, dass Sie unbedingt haben wollen. Die einzige Möglichkeit, um es sich zu schnappen ist, eine Tasche loszulassen. Die Tasche, die Sie loslassen wollen, ist mit negativen Gefühlen und Erinnerungen vollgefüllt. Der Kopf sagt Ihnen, dass Sie nicht mehr brauchen und gerne loswerden können. Haben Sie das schon einmal in der Praxis versucht? Einfach loszulassen?

 

Warum Sie auf jeden Fall weiter lesen sollten

Auch wenn Sie der Sache mit dem Loslassen keine Chance geben wollten, denn es könnte dazu beitragen, Alzheimer vorzubeugen. Was Alzheimer damit zu tun hat? Laut Studien gibt es einen Zusammenhang zwischen einem offenen Geist und der Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken. Das heißt auf Deutsch: Je unterschiedlicher und je vielfältiger die Themen sind, mit denen sich der Mensch und damit sein Gehirn beschäftigt, desto geringer könnte die Wahrscheinlichkeit sein an Alzheimer zu erkranken. Also öffnen Sie Ihren Geist.

 

 

Loslassen in der Praxis

Haben Sie das schon einmal versucht? Hat es funktioniert? Es ist gar nicht so einfach. Je mehr man sich anstrengt an etwas nicht zu denken, umso mehr wandert die Aufmerksamkeit hin, auch wenn nur ein kleiner Teil ist, wenn es nur „daran denke ich jetzt nicht“, ist. Trotzdem die Aufmerksamkeit ist dort und das ist kontraproduktiv. Es gibt drei Punkte, drei Dinge, die Sie tun können, die Ihnen helfen können. 

1. Frieden schließen

Frieden schließen mit der Vergangenheit. Schon wieder so ein Schlagwort. Hört man ständig. Die die es geschafft haben fühlen sich befreit und glücklich. Der Großteil schafft es nicht, da einem niemand sagt wie man das machen kann. Es gibt einen einfachen Trick. Aber wie alle Tricks muss man auch diesen immer wieder, konsequent, bei jeder Gelegenheit anwenden und vor allem üben. Klingt nach Vokabel pauken. Ist es aber nicht. Denn im Gegensatz zum Vokabel lernen, bringt der „Friedensschluss Trick“ etwas. Es ist auch mehr eine Entscheidung als ein Trick. 

Also, immer wenn ein Gedanke auftaucht, den Sie eigentlich loslassen möchten, dann sagen Sie sich ganz bewusst: “Ich entscheide mich mit … (dem Gedanken, Ereignis…) Frieden zu schließen.“ Das dauert einige Zeit und ist vor allem am Anfang mühsam aber es wird immer leichter. Dann beginnt man sich von der Vergangenheit zu lösen und es sich in der Gegenwart gemütlich zu machen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. 

2. In der Gegenwart leben

Im Hier und Jetzt leben. Entscheiden Sie sich dazu, jeden Moment bewusst zu erleben. Bewusst diese Zeilen zu lesen. Dann bewusst zum Nächsten gehen. Was spüren Sie, wie fühlt es sich an. In jedem Moment.

3. Spitzwegerich

Wenn Sie wollen, trinken Sie Spitzwegerichtee. Spitzwegerich? Ja, diese Heilpflanze hat es in sich. Sie hilft dabei sich von Altem, Unbrauchbarem zu trennen. Sie öffnet den Geist für Neues. 

 

Warum ist es eigentlich so schwierig

 Altes loszulassen. Das liegt an unserem Gehirn. So wahnsinnig beeindruckend es auch ist. So sehr kann es uns auch im Wege stehen. Z. B. kann es nicht zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterscheiden. Für das Gehirn ist immer alles die Gegenwart. 

Und Emotionen, die wir haben, steuern wie wir uns fühlen, wozu wir in dem Moment in der Lage sind und das beeinflusst auch unsere Zukunft. Paul Enkmann schreibt in seinem Buch:“Gefühle lesen“ z.b. darüber, dass wir, wenn wir eine Emotion empfinden für geraume Zeit nicht in der Lage sind selbst zu bestimmen, was wir wahrnehmen wollen. Mit anderen Worten. Sind wir wütend, dann nehmen wir nur Dinge wahr, die unsere Wut bestärken. Erst wenn genug Zeit vergangen sind, sind wir auch wieder in der Lage die Wut zu überdenken. Diese Wut im Kopf beschäftigt uns, im Falle der Wut auf Vergangenes, völlig unnötig, denn ändern kann man die Vergangenheit sowieso nicht mehr.

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